MALLORCA 2004

-Reisebericht-

Zeitraum: 29.07. bis 05.08.2004

Hotel: RIU Concordia ***

Ort: Platja de Palma, Mallorca, Spanien

Reiseveranstalter: TUI

Reisebüro: Touristikbörse.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Zum ersten Mal Balearen, zum ersten Mal Mallorca, last minute und ohne sich wirklich auszukennen, was das Ziel der Reise angeht. Nun ja, wir haben uns ein wenig verschätzt, was die Lage des Hotels angeht. Das RIU Concordia liegt an einer recht großen Verbindungsstraße zwischen der Autobahn und dem Strand, 25m zur Bushaltestelle und 50m zum Meer und, was viel wichtiger ist, direkt am Balneario 7 (für Laien: Ballermann 7). Die Folgen: Nachts Party bis 2 Uhr draußen, danach bis morgens drinnen.

 

Als wir abends im Hotel ankamen war schlechtes Wetter, gut 30° und schwül mit etwas Regen. Unser Zimmer lag im obersten Stock und niemand hatte tagsüber gelüftet. Ab etwa 16:00 scheint auch noch die Sonne voll rein. Daher betraten wir eine Sauna, in der die Temperaturen auch nachts nur unwesentlich unter die 40° Marke sanken. Denn lüften hin oder her, es brachte gar nix! Das Hotel ist schon älter und hat keine wirkliche Luftzirkulation und keine Klimaanlage (außer an der Rezeption und am Buffet). Das offene Fenster bzw. Balkontür war die einzige Möglichkeit an Frischluft zu gelangen und bei fast Windstille bringt das nicht mal ein einziges Grad Kühlung.

Dazu kam noch, dass die Toilette über keine Lüftung verfügt, daher die Temperatur dort noch heißer war als im Rest des Zimmers. Da es keinen Kühlschrank gibt, konnten wir unsere mitgebrachten Twix vom ersten Tag an trinken, Getränke wurden in der Badewanne gekühlt! *sehr schön*

Aber damit hab ich noch nicht genug am Hotel rumgemeckert. Damit man im Katalog „alle Zimmer mit Meerblick“ sagen kann, sind die Balkons alle mit einer Art dreieckigem Grundriss ausgestattet. Von der vorderen Ecke ist das Meer zu sehen, allerdings auch die Nachbarn in ihren Zimmern. Das Grundstück des Hotels ist aber ganz nett, zwar auf allen vier Seiten von Straßen begrenzt, aber drei davon sind nicht so stark befahren. Der Pool schien auf den ersten Blick sehr klein, wurde aber auch selten genutzt. Warum? Weil 90% des Pools etwa 3,5m tief sind und man daher nur schwimmen kann und sonst nichts. Das ist schade, allerdings zu verkraften, wenn man einmal den tollen Strand und das Meer gesehen hat.

Die erste Nacht war ziemlich stressig, da es anfangs nur heiß und laut war. Ab etwa 2 Uhr nachts kehrt dann Ruhe ein, weil die Veranstaltungen unter freiem Himmel zu Ende gehen (RIU Festival u.a.). Dann ist nur noch der Bass des RIU PALACE zu hören, der größten Disco der Balearen, die unmittelbar gegenüber des Hotels liegt. Außerdem gegenüber liegt noch das RIU Center, in der sich Läden, Apotheke, Arzt und so was befinden. Da sich in unmittelbarer Nachbarschaft 6 RIU Hotels befinden, eine ganz gute Idee der Planer. Nicht so gut ist das Lüftungshaus (so nenne ich das mal), welches direkt an der Straße gegenüber liegt und 24h am Tag die Abluft des Palace und des Centers in die Luft bläßt. Man hat also IMMER die Beschallung im Hintergrund, die an eine in einiger Entfernung liegende, stark befahrene Straße erinnert.

Daher macht man genervt vom Geräuschepegel irgendwann die Balkontür zu und versucht mit dem Ventilator im Zimmer (immerhin) auszukommen. So viel sei gesagt: Eine Decke braucht man nachts nicht und morgens wacht man des öfteren Schweiß gebadet auf und will nur ganz schnell unter die Dusche, die man am liebsten gar nicht mehr verlassen würde. Denn kommt man raus, fängt man das Schwitzen wieder an.

Vielleicht haben wir eine sehr heiße Woche erwischt und es ist normalerweise nicht so schlimm. Mich hat das jedenfalls sehr mitgenommen.

Wo war ich? Ach ja, bei der Nacht. Ab 2 Uhr ist also nur noch der dumpfe Bass der Disco zu hören, sowie Autos, die mit quietschenden Reifen vorbeifahren und zugesoffene, meist deutsche Fußballfans, die nach ihrem Discobesuch erstmal ihre Sprechgesänge von sich geben.

 

Aber gut, was erwartet man vom Ballermann? Schlafen kann man ja am Tag am Stand, oder?!

 

Der Strand ist nämlich ziemlich genial, zwar sehr voll, aber top gepflegt und purer Korallensand (ob nun künstlich aufgeschüttet oder nicht). Die Promenade (Balneario) ist vom Verkehr beruhigt worden und so kann man dort richtig schön spazieren gehen, oder am Abend den Sonnenuntergang bestaunen und so dem heißen Hotelzimmer entgehen.

Das Meer ist ebenfalls toll, sehr warm zwar (ab 25° aufwärts), aber sehr flach und daher nicht voll, obwohl 1000e Menschen darin plantschen.

 

 

Nun genug von Playa de Palma (auf mallorquinisch Platja de Palma [Platscha]), denn es gibt auf Mallorca hunderte von Orten, die angenehmer sind. So nahmen wir uns einen Mietwagen und fuhren zwei Tage die Insel entlang! (An alle, die das auch tun wollen sei gesagt, VOLLKASKO ist ein Muss, weil wir gesehen haben, wie Spanier einparken. Kein Auto ist hier ohne Beule. Daher lohnen sich die 6€ extra pro Tag)

Diese Tour sei jedem ans Herz gelegt, der nicht nur am Ballermann saufen will!!!

Zunächst fuhren wir die Nordostküste ab, die Orte Manacor, Arta (unten rechtes Bild) und das Kloster Betlem (sehr schön und abenteuerlich), Alcudia und Port Pollenca sind wirklich sehenswert. Danach schon im Nordwesten angekommen, ging es Richtung Formentor, dem nördlichsten Punkt Mallorca´s. Am Aussichtspunkt an der Cala Figuera entstand das linke Foto.

 

  

 

Der weitere Weg bis zum Leuchtturm am Cap Formentor kann man sich echt sparen, da die Aussicht die gleiche bleibt, dort nur ein Restaurant liegt, das von Touris belagert wird (kaum Parkplätze). Zurück ging es über die Orte Pollenca, Inca und natürlich Palma (daran kommt man kaum vorbei).

Am zweiten Tag wollten wir die Westküste und die Sierra Tramuntana erkunden. Wieder über Palma ging die Reise über Portals Nous (Hafen der Reichen; Yacht von Michael Douglas…; Ferraris und Porsches und viele Neureiche, die sich auf ihren 50m Yachten ein saftiges Frühstück gönnten (oben mittleres Bild).

 

Von dort ging es über Palma Nova, Magalluf und Paguera nach Port Andratx (wird Andratsch gesprochen), ein von Engländern und Holländern besuchter Touristenort, allerdings ganz nett, um mal durch den Hafen zu schlendern. Von hier aus sieht man schon das Gebirge, das immerhin auf Höhen bis zu knapp 1500m kommt.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt Andratx mit seinen sehr engen Gassen und der irreführenden Verkehrsführung, sowie der höher liegenden Kirche (kein Schmuckstück gotischer Architektur, sondern nur ein Steinklotz mit Turm, muss man so trocken sagen). Dieser Ort hat sich auch nicht gerade „gelohnt“. Hier ist nichts auf Touristen gemünzt. Die Läden machen von 1 bis 5 Siesta wie es sich in Spanien gehört und plaudern gemütlich in den Cafes. Ansonsten ist der Ort beinahe ausgestorben.

Aber vielleicht auch mal nett zu sehen, dass hier nicht alles für Touristen gemacht ist.

 

Von Andratx aus ging es über die C110 in Richtung NNE, vorbei an Bergen wie dem Puig de ses Basses, dem Mola de S`Escio und dem Puig de Galatzó. An einigen Aussichtspunkten können atemberaubende Bilder gemacht werden (mehr dazu in meiner Fotosection). Hier an der Steilküste befindet sich auch der Sitz des Herzogs, der zum Museum umgebaut wurde (Eintritt 6€). Auf der Straße in Richtung Valldemosa (Valldemossa auf Catalan) bogen wir rechts ab, um uns die „La Granja“ anzuschauen, ein altes Landgut inmitten von hohen Bäumen und blühenden Kakteen. Allerdings schenkten wir uns auch diesen Besuch, da der Eintrittspreis mit 9€ (und das ohne Führung) zu happig war.

So fuhren wir das Stück zurück zur Straße nach Valldemosa. Diese Strecke ist sehr eng und steil und nicht für Busse zugelassen…zum Glück! ;-)

 

Valldemosa ist ein schickes Örtchen, leider nur dem Tourismus verschrieben. Verkehrsberuhigt im Schatten hoher Berge mit einer großen Kirche mit Park und einer Einkaufsstraße, die dem Mallorcatouristen alles bietet, was man auch woanders kriegen kann oder gar nicht kaufen will. Allerdings gibt es auch Mallorca typische Andenken, wie diese netten Figuren, von denen ich die Namen vergessen habe! *pein*

Nach einer Pause mit Eis machten wir uns wieder auf den Weg, denn die Zeit war doch schon weit fortgeschritten und wir hatten noch viel vor.

 

Wieder in Richtung Küste kamen wir durch Deiá, das jedem Vorabendgucker der Öffentlich-rechtlichen ein Begriff sein dürfte. Hier wird die Serie „Hotel Paradies“ gedreht. Das Hotel ist aber auch das einzige schöne Gebäude im Ort (5 Sterne). Schön sieht Deiá von Weitem aus, da sich die Häuser um einen alten Vulkanschlot scharen, auf dem die Kirche steht. Leider waren wir schon vorbei, als wir merkten, wie nett das eigentlich aussah, daher leider kein Bild.

 

Mit Sollér (Sojär gesprochen) erreichten wir den letzten Ort der Tour. Hier verweilten wir allerdings auch einige Zeit, was vor allem an der Eisenbahn lag, die Sollér mit dem Hafen verbindet und für die 5km lange Strecke knapp 45min benötigt. Wie kann das sein? Nun ja, es handelt sich um eine Siemens Schmalspurbahn anno 1930, die einzige bahn in Europa, die schwarze Zahlen schreibt, so wurde uns zugetragen. Nach der abenteuerlichen Reise zum Hafen und zurück machten wir uns auch gleich auf den Rückweg nach Playa de Palma, um noch Abendessen zu bekommen. Zum Glück erwies sich die Rückfahrt als einfach, da es einen neu geschaffenen Tunnel gibt, der für 3,82€ (was ein toller Preis) Mautgebühr zu durchfahren ist. So spart man sich locker eine Stunde Serpentinen. Eigentlich schade, da ich das Gebirge doch noch mal gerne gesehen hätte. Aber gut…

Wer mehr Zeit hat, sollte dies tun, oder besser, noch weiter Richtung Nordosten fahren, um Sa Calobra zu sehen, ein kleines abe sehr schönes Örtchen mit einer verschnörkelten Straße dorthin. Dies blieb uns leider verwehrt. Vielleicht zu einer anderen Zeit…

 

Eine Stadt fehlt aber nun noch: Palma. Und die schauten wir uns während eines ganzen Tages an, und zwar per Bus (eine gute Entscheidung). Die Bushaltestelle ist nur 25m entfernt und die Busse der Linie 15 fahren alle 15min und sind klimatisiert. Die einfache Fahrt kostet 1,30€, also wirklich günstig. Zudem ist das Fahren in Palma laut Aussage vieler die Hölle. Einbahnstraßen, enge Gassen und kaum Parkplätze; das muss man sich ja nicht antun.

Nun also Palma. Nach 40min Bus kamen wir im Zentrum an, besuchten den Palast und die Kathedrale der Stadt, danach die Arabischen Bäder (2€ Eintritt) sowie einige Kirchen, die sich aber alle nichts nahmen. Die Kathedrale ist wirklich sehenswert, auch wenn der Zutritt verboten ist. Die anderen Kirchen sind von außen schon nicht sonderlich nett anzuschauen.

Sehenswert sind die super engen Gassen, durch die kaum ein PKW passt und die Häuser, die ab dem dritten Stockwerk fast zusammen stoßen. Ebenso sehr schön sind diverse Patios, also quasi die Innenhöfe der Häuser, die man nur ab und zu mal zu Gesicht bekommt (siehe Fotosection).

Das Rathaus und der Placa Major gehören natürlich zum Pflichtprogramm eines jeden Touristen und so einsam man in den engen Gassen zu sein schien, so voll war es dort. Zu allem Überfluss zuckten gerade jetzt Blitze vom Himmel und wir retteten uns in den DisneyStore der Fußgängerzone, bevor es Taubenei große Hagelkörner und wolkenbruchartigen Platzregen gab (war sogar bei uns zu Hause in den Nachrichten zu sehen). So schnell dieses Unwetter kam, so schnell war es auch wieder verschwunden. So konnten wir unseren Einkaufsbummel fortsetzen.

Danach noch schnell zwei Kirchen gesehen (nicht toll) und ab zum Placa D´Espaya, von wo die Busse zurückfahren, wenn nicht…

Eine Frau unmöglich nach Hause fahren kann, ohne in einer fremden Stadt den „Zara“ und „Mango Store“ besucht zu haben. So verbrachten wir etwa 10 Stunden in 2 Läden und trafen dort sogar ein Pärchen aus unserem Hotel sowie diverse gelangweilte Herren, die ihren euphorischen Freundinnen beim  Aussuchen „helfen“ durften. Als wir (zumindest ich) dann irgendwann aus dem Laden krochen, musste eine Erfrischung her…ah, BurgerKing direkt nebenan, „hätte ich das vorher gewusst“ ;-)

Danach gings dann aber wirklich wieder nach Haus in die Sauna…

 

Am letzten Tag hatten wir ein Problem. Zimmer muss um 12 geräumt sein, unser Flug geht aber erst um 21:20. :-( Blöd!

So verbrachten wir den Vormittag damit zu Packen, den frühen Nachmittag damit, Souvenirs zu kaufen oder nur nach welchen zu suchen, den späteren Nachmittag am Pool des Hotels und den Abend in Bus und Flufhafengebäude, bis dann endlich der Flieger ging, der auch noch Verspätung hatte! Naja, und um Mitternacht waren wir dann zurück in der Realität.

 

Tobi

 

Interessierte können gerne Jule´s Bericht auf www.julekluth.de lesen.

 

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