Urlaub 2005

Hotel: Sunlight Resort Excelsior

Ort: Zlatni Piasaci (Goldstrand), Varna

Land: Bulgarien

Zeit: 26.09. – 10.10.2005

 

Reisebericht:

 

Der Schock am Flughafen

Der Schock am Goldstrand

Die ersten Tage

„All inclusive

Albena

Baltschik

Kap Kaliakra

Pobiti Kamani

Nessebar

Varna

Die letzten Tage

Abreise

 

 

Bulgarien 2005

 

Der Schock am Flughafen

Als wir gute 2 Stunden vor dem Abflugtermin am Düsseldorfer Flughafen ankommen, dürfen wir auch schon sehr bald einchecken.

So früh? Na gut… Dann sehen wir bereits lange Schlangen vor´m Check In, und…wir scheinen die einzigen unter 60 Jährigen zu sein!

Wenn man seinen Koffer nicht schnell genug weiter schiebt, bekommt man von hinten immer einen Koffer in die Hacken geschoben.

Sehr nett, als wenn´s auf 2 Sekunden ankäme. „Wenn ich nun einfach mal ne Minute stehen bleibe und sich vor mir eine 2m große Lücke

auftut, wird die Oma hinter mir bestimmt schon rasend vor Wut! Oder sie drängelt sich einfach vor wie die neben mir, die vor einer Minute

noch hinter mir stand. So was von ungeduldig, als ob das Flugzeug ohne sie abheben würde“

 

Oh, doch nicht die einzigen jüngeren hier, ganz vorne schiebt sich noch ein jüngeres Pärchen zwischen den Rentnern weiter.

Die Hauptreisezeit nach Bulgarien ist fast vorbei Ende September und die Herbstferien fangen erst nächste Woche an. Ist also verständlich,

aber trotz alledem ein kleiner Schock, dem der nächst größere auch so gleich folgt. In den Reiseunterlagen heißt es „Flug mit LTU oder gleich-

wertig“ und was müssen wir auf dem Hinflugticket lesen? „Bulgarian Air Charter“ Hm… nie davon gehört. Scheint ne kleine Fluglinie zu sein.

 

Als wir per Gangway ins Flugzeug steigen sehen wir erst das ganze Ausmaß unserer Katastrophe. Der Flieger ist eine alte DC-10, überall sind

die Instruktionen auf kyrillisch, na prima. Zudem haben wir einen Fensterplatz gebucht und bekommen diesen in der vorletzten Reihe, direkt

neben dem Triebwerk. Das einzige, dass ich während des Fluges sehen kann, ist ein großes weißes Blech, das das Außenteil der Turbine ist,

und ich hatte mich auf ein paar Bilder runter auf die Erde gefreut. L Das jüngere Nichtrentnerpärchen hinter uns hat noch mehr Spaß, denn in

der letzten Reihe gibt es keine Fenster. Dahinter befindet sich nur noch die Toilette, so dass sich zur mangelnden Aussicht auch noch ständiger

Klogeruch gesellt. Und ist das alles bis zum jetzigen Zeitpunkt ja noch auszuhalten (wir sind ja tolerant), startet der Jet seine Triebwerke und

ein ohrenbetäubender Lärm und ein Dauerdrönen stellt sich ein, dass beim Start noch schlimmer wird und erst am zweiten Urlaubstag wieder

aus den Ohren raus sein sollte.

Der Flug verläuft ausgesprochen ruhig und schnell!

Mal von der Geräusch- und Geruchskulisse abgesehen, haben wir Glück, denn der einzige freie Sitzplatz befindet sich in unserer Reihe, so dass

es sich Jule bequem machen kann, während dessen ich aus dem Fenster das zusammen geflickte Triebwerk begutachte. „Wenn das Ding explodiert

sind wir die ersten, die es mitbekommen“  und der Nachtrag „der Staat würde ganz schön viel Geld sparen, wenn man mal die 300 Passagiere mal

70 Jahre Durchschnittsalter ausrechnet…“

Als wir dann nach guten 2,25 Stunden in Varna landen, scheint alles ok zu sein. Der Flughafen ist klein, die Landebahn kurz und holprig,

der Jet muss hart bremsen, um die Geschwindigkeit schnell genug zu verringern. Wir werden von einem Lada zum Stellplatz geleitet.

Aber irgendwas stimmt doch hier nicht….ach ja, das Wetter! Warum in Gottes Namen regnet es denn? Wir sind doch in Bulgarien, das mit

4 Regentagen im September und deren 4 im Oktober einen ausgesprochen schönen Spätsommer haben soll!

Nun gut, nicht zu ändern, dafür ist es schön schwül! J

Aufgrund des Miniflughafens bekommen wir schnell die Koffer und den entsprechenden Bus der ITS Reiseleitung, der uns zum Hotel bringen wird.

Und da hatten wir mal richtig Glück, denn unser Bus ist, wie es den Anschein hat, ein ausgemusterter deutscher Mercedes mit Klimaanlage und

richtig sicherer Atmosphäre. Ich fühle mich hier jedenfalls sehr viel wohler als im Flugzeug, besonders als wir ausgestiegen sind und ein Mechaniker

vor unseren Augen am Triebwerk rumschraubte.

Wie dem auch sei, Busse gibt es hier am Flughafen viele, in einige davon möchte man nicht einsteigen, in einige möchte man überhaupt gar nicht

einsteigen und in andere wäre ich auf keinen Fall eingestiegen. Aber dazu kommt es ja zum Glück nicht.

 

Der Schock am Goldstrand

Der Bus fährt los und erreicht nach etwa 20 Minuten Fahrt das erste Resort. Etwas Angst macht einem der Eingang zu jedem der Hotelorte.

Dort befindet sich eine Polizeiwache und eine Schranke, durch die alle Besucher hindurch fahren müssen, wohl um die falschen Wagen direkt

draußen zu behalten. Das erste Hotel, das wir anfahren, sieht ein wenig nach Gefängnis aus und die Gäste, die hier aussteigen müssen, tun mir

jetzt schon leid. Zudem sind durch den Dauerregen der letzten Woche viele Strassen zu Seen und Abläufen des Wassers geworden, so dass

sich der Bus nur langsam dem Hotel nähern kann. Und so geht es dann auch weiter…

Wir fahren über Radwege und Parkwege, nehmen rechts und links Bäume und Sträucher mit, nur weil der Zufahrtsweg zum Hotel nicht

passierbar ist, da das Wasser eine 30cm tiefe Rinne ausgespült hat.

So durchfahren wir die Orte Sveti Sveti Constantine i Elena und Sunny Day und liefern gut die Hälfte der Gäste ab, bevor wir in Zlatni Piasaci,

auf englisch Golden Sands und zu deutsch Goldstrand, ankommen. Das erste Hotel hier ist „brschlght exmltrrrschtrior“ so der Reiseleiter. Wir sind

uns nicht ganz sicher, ob Sunlight Excelsior gemeint ist und fragen nach. „Ja, ja, Ekzelsior“ ist die Antwort und wir steigen aus!

 

Die ersten Tage

Das Hotel ist ein Glücksgriff, so scheint es zumindest. Super sauber, geräumig, hell und freundlich. Unser Zimmer befindet sich in der sechsten Etage

(in Deutschland fünfter Stock, in Bulgarien ist das Erdgeschoss Etage 1) und hat einen grandiosen Meerblick!

Zur Sunlight-Anlage gehören die Hotels Excelsior (3,5 Sterne) und Sunrise (3 Sterne). Als Gast an einem der Hotels kann man alle Möglichkeiten

beider Hotels nutzen. Das bedeutet, Essen in allen Restaurants, Sportangebote beider Hotels, alle zusammen gerechnet 4 Pools usw.

Wir fühlen uns hier richtig wohl und schlafen die erste Nacht auch gut durch.

Am nächsten Tag möchten wir den Ort ein wenig erkunden und gehen runter zum Strand. Der Weg führt entweder über eine Straße, die über und

über von kleinen Geschäften gesäumt wird, oder einen kleinen Weg und viele Treppenstufen (dafür schneller) zur Strandpromenade hinunter.

Dort ebenfalls viele kleine Läden, die hauptsächlich Klamotten und Souvenirs verkaufen. Dazu eine Menge Open-Air Restaurants und dazwischen

immer wieder die Pools mit Poolbars der direkt am Strand befindlichen Hotels.

 

Etwas aufdringlich erscheinen mir die Händler an den Ständen. Man kann kaum stehen bleiben, weil man direkt ne Frikadelle ans Ohr gelabert bekommt.

Außerdem laufen dort ein paar Bettler rum, sowie Typen, die „echte Rolex „ verkaufen wollen, „wollen Money tauschen“ Sprüche bringen, oder

sonst was. Alles in allem gewöhnungsbedürftig. Das Geld sollte man stets bei sich tragen, am besten im Brustbeutel und nicht in der Tasche.

 

Läuft man vom Hotel die Straße entlang in Richtung Strand, so kommt man an vielen Discos vorbei, bekannt unter dem Namen Masai, Bonkers,

Roxi oder Muppet, in denen jeden Abend ab 21:00 oder erst ab 23:00 bis morgens durchgefeiert werden kann, teilweise mit und teilweise ohne

Erotic, wie es auf den Handzetteln steht, die man überall zugesteckt bekommt. Ist man in weiblicher Begleitung unterwegs, so bekommt diese auch

Meist eine Freikarte, so dass nur einer zahlen muss! Praktisch!

 

Ebenfalls praktisch an der weiblichen Begleitung ist, dass man nicht permanent von den Prostituierten angelabert wird, die sich kurz nach Einbruch

der Dämmerung, manchmal jedoch auch schon am Tag vor dem Eingang der Fußgängerzone in Gruppen versammeln, um ihr Geschäft zu machen.

Auch das ist zunächst ungewohnt und nervend, man gewöhnt sich aber auch daran. Leider weiß man nie so genau, wie man die bulgarischen Frauen

einzuschätzen hat. Oftmals haben wir Frauen als Nutten erkannt, die dann aber doch nur Handzettel verteilten, oder sogar nur selbst einkauften. *peinlich*

Das könnte daran liegen, dass die meisten in kurzem Rock und hohen Stiefeln unterwegs sind, kann man ja auch mal falsch deuten! J Oder aber

viele haben Nebenjobs anderer Art…man kann sich da nie sicher sein!!!

 

„All inclusive

In diesem Kapitel möchte ich das Hotel beschreiben und versuchen zu erklären, warum das Essen scheiße ist!

Die erste Woche wurde ganz klar von deutschen Rentnern beherrscht. Ich tippe auf 80% Deutsche und 90% Rentner. Das bedeutet im Klartext,

nicht jeder Deutsche ist Rentner, aber jeder Rentner ist Deutscher! J Wenige kamen auch aus England

oder Bulgarien selbst. Das bedeutet für den Aufenthalt an sich nur eines: Ruhe bewahren!!! Es gibt nichts Schlimmeres als Essensschlangen und Rentner!

Lässt man eine Lücke von einem halben Meter, drängelt sich auf jeden Fall jemand rein. Bleibt man irgendwo stehen (ohne Grund), bleiben direkt fünf

Neugierige ebenfalls stehen usw.

Eigentlich habe ich ja nichts gegen ältere Menschen, aber manchmal stoße ich auch an meine Grenzen! ;-)

Zum Beispiel als wir unsere Reiseleiterin von ITS, Frau Nikolova, die 6 Tage die Woche jeweils eine Dreiviertelstunde im Hotel ist, um Dinge zu

klären, Ausflüge zu buchen etc., wegen eines Mietwagens fragen wollen, ist noch ein älteres Ehepaar vor uns dran, die die arme Frau über alles

ausfragen, was sie gar nicht wissen muss, ihr eine Karte von Bulgarien vorhalten und sie fragen, wo´s denn schön ist, was denn das hier heißt,

ob sie dem Koch des Hotels mal sagen könne, er möge doch die Kartoffeln mehr salzen… So waren 25min um, als wir drankommen und beinahe

wären wir von den nächsten verdrängt worden, die sich mal eben vordrängeln wollten. Sowas!

Aber zurück zum Hotel; es hat gute 400 Zimmer auf 6 Etagen, wobei die ungeraden Zimmernummern diejenigen mit Meerblick sind (vielleicht ganz

interessant beim Buchen).

Der Eingangsbereich macht recht viel her. Das Hotel ist ja auch letztes Jahr erst komplett renoviert worden. Nun ist es quasi ein Neubau! (Daher bitte

auch nicht die Hotelbewertungen auf Seiten wie holidaycheck überbewerten, die vor September 2004 abgegeben wurden!)

 

Wie gesagt, der Eingangsbereich ist sehr sauber, wie das ganze Hotel auch. Die Rezeption ist natürlich 24h besetzt, genauso der bewachte Parkplatz

hinter dem Hotel. Auf der Rückseite hat man Sicht auf einen kleinen Wald, ein weiteres Hotel und dahinter die Umgehungsstraße um Goldstrand herum,

die zwar recht nah ist, jedoch kaum zu hören ist. Die Zimmer nach vorne raus sind etwas lauter, da sämtliche Busse, die die Touris absetzen und abholen,

am Hotel vorbei fahren müssen, da es das letzte Richtung Ortsausgang ist.

Daher fahren die Busse eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit. Hat man die Balkontür geschlossen ist es aber auszuhalten. Abends hört man dazu noch

die Show im Waldhaus, eine Art Freiluftbühne (allerdings überdacht), die sich neben dem Hotel Sunrise befindet! Dort findet immer abends um halb 10 die

Animation statt.

Morgens ab 7 Uhr fangen die Reinigungskräfte mit der Arbeit an. Möchte man nicht, dass kurz nach 9 die ersten davon an die Zimmertür klopfen, weil

sie sauber machen wollen, sollte man das „bitte nicht stören“-Schild an die Tür machen!

Die Zimmer (zumindest unseres) sind sehr geräumig und hell (auch hellhörig). Ausgestattet mit Klimaanlage (braucht man zu dieser Zeit nicht) und

Minibar (ist gelogen – nur ein kleiner Kühlschrank) und Fernseher, zwei Betten, die man zusammen schieben kann, und zwei Nachttischen, sowie einem

Tisch mit Stuhl und auf dem Balkon noch einem Tisch mit zwei Stühlen, bleiben kaum Wünsche offen. Kaum? Genau, denn es fehlt an Ablagemöglichkeiten,

im Bad (ohne eine einzige davon) und im Kleiderschrank (drei kleine Fächer).

Aber das alles entschädigt der Meerblick, der durch die riesigen Fenster noch besser erscheint!

 

Die Hotelanlage bietet zudem auch außen einige Nettigkeiten! Insgesamt 4 Pools, von denen 2 als Kinderpools ausgeschrieben sind.

Das bedeutet, dass man an den beiden anderen, besonders an dem beim Excelsior (keine Animation), in Ruhe liegen und rumexistieren

kann. Die Poolbar (auch The old tree genannt), gleichzeitig Ala carte Restaurant, befindet sich direkt am Pool, so dass man sich mal eben

etwas zu trinken oder einen Snack holen kann. „All inclusive“ halt. Getränke gibt es von 9-23 Uhr, Alkohol erst ab 11! L

 

Zum All inclusive Paket gehören die Getränke Pepsi, 7up, Mirinda Zitrone und Orange, Wasser ohne Kohlensäure, 2 süße Säfte, Kaffee

& Tee, sowie die Cocktails Cloud, Tequila Sunrise, Vodka Cola, Vodka Orange und noch ein paar mehr. Es ist auf jeden Fall für jeden

was dabei! Ach ja, Bier natürlich auch. Das alles gibt’s an der Poolbar, an der Lobbybar, im Restaurant und im Waldhaus. Eigentlich

könnte man im Excelsior eh rund um die Uhr fressen! J

Frühstück 8-10; Langschläferfrühstück 10-11; Mittagssnack 11-16; Mittagsbuffet 12:30-14:30; Kaffe/Kuchen 14:30-17; Kindermenü

17:30-18; Abendessen 18-21; A-la-carte 19-23; Getränke 9-23.

Ich hätte auch bestimmt 10KG zugenommen, wenn das Essen nicht so schlecht gewesen wäre. Es hat schon seinen Grund, warum einem

viele Bulgarienurlauber dazu raten, nur Übernachtung/Frühstück zu buchen und tagsüber irgendwo anders essen zu gehen. Allerdings

war es doch nicht ganz so schlimm, wie es sich vielleicht anhören mag. Es gab immer was, das man gut essen konnte.

 

Es gibt morgens immer das gleiche, also Brot und Brötchen, Pfannkuchen und Rührei, Marmelade und Salatbuffet usw. Nur die Qualität

lässt zu wünschen übrig. Oftmals sind die Sachen nicht mehr warm, das Rührei noch flüssig oder, das Paradebeispiel Nutella, einfach nur

schlecht. Wir haben anfangs die Nutella für Mousse o chocolat gehalten, da sie aussah wie eine Mischung aus Pudding und Schaum und

noch schlimmer schmeckte. Daher bitte eigene Nutella im Laden kaufen und zum Frühstück mitbringen.

Wie gesagt, essen konnte man immer was, auch wenn man ohne zu probieren erst mal 10 Sekunden salzen konnte, damit es überhaupt

Geschmack bekam. Das ganze ist aber nur bedingt die Schuld des Hotels oder des Kochs. Ich glaube, dass es in Bulgarien so üblich

ist, da man auch von anderen Hotels so etwas gehört hat. Denn aus Versehen kann ein Koch nicht jeden Tag die Nudeln statt al dente

20min kochen lassen, so dass sich nicht mal mehr mit der Gabel aufzupieksen sind, weil sie die Konsistenz von Brei haben. Man isst hier

halt einfach so. Viele der Speisen sind auch von der türkischen oder griechischen Küche geprägt. Man muss sich erst mal dran gewöhnen.

Aber wir sind ja anpassungsfähige Menschen…

Hätte ich für diese 2 Wochen 1000€ bezahlt, wäre ich natürlich stink sauer gewesen, aber da Bulgarien ein Billigurlaubsland ist, müssen

die Hotels ja auch irgendwo sparen. Ein zweiwöchiger Urlaub hier kostet etwa soviel, wie der durchschnitts Bulgare im Jahr verdient,

da kann man sich in etwa vorstellen, dass hier kein Standard erreicht werden kann, wie in westlichen Urlaubsländern wie etwa Spanien.

Das hier ist tiefster Ostblock, das muss man sich wirklich immer wieder vor Augenhalten, wenn man´s nicht in Form von Straßenschäden

eh immer wieder sieht!

Aber weiter im Text: Das Hotel Excelsior ist mit einem gute Freizeitangebot ausgestattet. Hinter dem Hotel befindet sich ein Mehrzweckplatz

für Basketball und Volleyball, darüber ein Tenniscourt mit Kunstrasen und daneben ein überdachter Fitnessplatz mit ein paar Geräten.

Der Tennisplatz ist nicht wie in der Hotelbeschreibung mit Flutlicht ausgestattet, so dass man zu dieser Jahreszeit nur bis 7 Uhr spielen kann.

Zusätzlich unternimmt das Animationsteam allerhand mit den Gästen, die Bock haben. Besonders natürlich mit den Kindern, die quasi eine rundum

Betreuung bekommen. Im Hallenbad gibt´s Wasseraerobic, drinnen im Sportraum Tischtennis, Darts und mehr, draußen Volleyball, Basketball,

Tennis, Fußball, Boccia, Wasserball und vieles mehr. Die Sieger der Tagesturniere werden immer abends vor dem Animationsabendprogramm

geehrt.

 

Albena

Nach einigen Tagen in Goldstrand mit mäßigem Wetter folgen einige mit sehr gutem, so dass wie es uns am Pool gemütlich machen.

Allerdings sind es auch nur ein paar Tage, so dass unsere Planung für die 2 Urlaubswoche eine Tour mit dem Mietwagen vorsieht, die

zwei Tage dauern soll, und in der wir einige etwas entferntere Punkte an der Schwarzmeerküste besuchen möchten.

So kommt es dann, dass wir über einen kleinen Autovermieter, den wir über die Reiseleiterin Frau Nikolova kontaktierten, einen Fiat

Punto für 2 Tage mieteten, der laut Prospekt zwar ohne Klimaanlage, aber dafür recht günstig ist (Viel günstiger als beim Autoverleiher

Sixt, der im Hotel Werbung macht). Als der Wagen dann morgens hinter dem Hotel steht, machen wir uns auf die Reise. Der Fiat

entspricht leider nicht ganz dem Prospekt, er hat nämlich keine Servolenkung, was mir bei engen Serpentinensträßchen arg zu schaffen

macht, dafür hat er allerdings Klimaanlage, über die sich meine Beifahrerin sehr freut, da das Wetter pünktlich zur großen Fahrt wirklich

hervorragend geworden ist.

 

Der erste Halt auf der Tour ist Albena, ein kleiner Touristenort nördlich von Goldstrand, der sehr schön und nicht so voller Trubel sein soll.

Und tatsächlich finden wir leicht zum Hafen, obwohl das bei schlecht und wenn mal, dann auf kyrillisch beschilderten Straßen gar nicht mal

so leicht ist. Zudem ist die als Service deklarierte Karte im Cockpit eher eine touristische Informationskarte, auf der zwar die Orte verzeichnet

sind, jedoch viele der Straßen nicht, oder falsch. *bravo*

 

Baltschik

Auf jeden Fall finden wir Albena ganz schnuckelig, weil es einfach überall mehr Raum gibt und so die Atmosphäre viel schöner ist als am

hektischen Goldstrand. Hier verweilen wir ein knappes Stündchen und fahren dann weiter nach Baltschik in Richtung Norden, das einen tollen

Botanischen Garten und den drittgrößten bulgarischen Hafen am Schwarzen Meer haben soll.

Über ein paar Umwege, schlechte Straßen und etwas Hektik am Kreisverkehr (hier hat der Vorfahrt, der hinein fährt, nicht wie bei uns) kommen

wir schließlich an einem bewachten Parkplatz an, wo wir den kleinen Fiat abstellen.

Der Hafen ist wikrlich nett anzuschauen und auch groß,…nur leergefegt! Kaum ein Schiff zu sehen! Komisch!!

Wir schlendern am Hafen entlang, machen viele tolle Fotos und sehen schließlich den Eingang zum botanischen Garten von Baltschik, wo

Zwei alte Damen an den zwei alten Kassen uns und alle anderen Touristen über den Tisch ziehen. „Eintritt 5 Lewa pro Person, für

Museum und 5 Lewa für Botanischen Garten“ Die eine Frau kassiert für das Museum, die andere für den Garten. Das Museum wollen

Wir ja eigentlich nicht wirklich sehen, also möchten wir nur de Garten zahlen! „No no, nur beides zusammen“ Wie bitte???

Aber da die dummen Touristen schon die 2Km am Hafen entlang zum Eingang gelaufen sind, zahlen sie nun auch 20 Leva, um rein zu kommen.

Wir zahlen also der einen Frau 20 Leva und bekommen von ihr 2 Tickets für das Museum, von der anderen gegenüber dann zwei Tickets für

den Garten! Komsich dieses Bulgarien!

Der Eintritt zum Botanischen Garten hat sich aber wirklich gelohnt und ehrlich gesagt sind 5 Lewa pro Person (2,60€) auch nicht so viel Geld.

Der Garten ist toll angelegt, einige ha groß und in Terrassenform an den Hang gebaut. Er wird durchzogen von Bächen und es sind viele schöne

Pflanzen und auch Tiere zu sehen. Das Museum dagegen ist von innen eher ein Souvenirshop und eine Ausstellung einer einheimischen Künstlerin,

aber was solls, die haben wir doch gern unterstützt. J

 

Weil uns der Hunger plagt beschließen wir in einem der Restaurants am Hafen eine Pizza zu essen. Leider fällt dem Kellner nach unserer

Bestellung auf, dass der Pizzaofen kaputt ist und wir müssen auf Hühnerfilet mit Pommes umsteigen. Aber auch das war sehr lecker und

günstig.

 

Kap Kaliakra

Da der Nachmittag schon begonnen hat und wir bis es dunkel wird lieber wieder im Hotel sein wollen, machen wir uns auf den Weg

weiter in Richtung Nordosten, zum Kap Kaliakra, dem Paradeaussichtspunkt Bulgariens. 70 Meter hohe Kreidefelsen und Delphine bis

Ende September (zu blöd; es ist schon Oktober!). Aber dennoch toll: Als wir ankommen weht ein mächtiger Wind, so dass ich es kaum

schaffe die Kamera gerade zu halten beim Zoomen. Auf dem Kap selbst liegt ein Armeestützpunkt (war ja klar!!!), ein kleines Museum

(sehr klein, nur ein Raum), ein Restaurant (in dem die Soldaten speisen), mehrere Denkmäler (Neptun, das Denkmal der 40 Jungfrauen

von Kaliakra, die von dort in den Tod gesprungen sind und das Kreuz von Hassenichgesehn) sowie alte Überreste einer Wehranlage von

400 v.C. Eintritt: 3 Lewa. Alles natürlich ist der Eingangsbereich gesäumt von kleinen Verkaufsständen, an denen alte Frauen auf Decken

am Boden handgehäkelte Deckchen und ebenfalls handgehäkelte Kätzchen verkaufen wollen. Nur ist keiner da, der was kaufen will. Wir

sind quasi alleine am Kap. Erst später kommen noch ein paar Soldaten mit ihren Truppenwagen, die ebenfalls als Touristen ein paar

Andenken kaufen.

 

So endet der erste Tag unserer Tour an Bulgariens Schwarzmeerküste. Wir haben uns den bisher besten und heißesten Tag ausgesucht,

um Bilder zu machen und die Klimaanlage im Auto zu benutzen! J

 

Pobiti Kamani

Der zweite Tag der Tour und das Wetter bleibt top. 28°, keine Wolke und optimale Voraussetzungen für ein angenehmes Cruisen.

Heute ist der Weg um einiges weiter als gestern. Zunächst müssen wir nach Süden, durch Varna durch und dann den Weg zum

Steinernen Wald (Pobiti Kamani) finden. Nach Varna geht´s sehr schnell, durch Varna durch fährt man nach Gefühl und den Schildern

>>Sofia<< und hofft, irgendwann auf der Richtigen Autobahn zu sein. Und tatsächlich, auf einmal taucht am Wegesrand ein Schild auf,

das besagt „Steinerner Wald 5Km“. Als wir ankommen ist der Parkplatz leer und keine Menschenseele da. Nachdem wir gewendet

haben um auf der richtigen Seite zu parken, kommt eine Touristenfamilie an und parkt vor uns. Ok, wir müssen richtig sein! Durch das

Eingangstor und zur Kasse. Wieder nur ein paar Lewa Eintritt und dafür erklärt der Mann uns auch noch einiges über den Steinernen

Wald, die Kraft der Steine und des „Magic Circle“ und die Namen der einzelnen großen Steine.

Danach gehen wir los, fotografieren viele der skuril aussehenden Felsen, die die Namen, „Der Einsame“, „Der Pilz“, „Die Familie“

oder „Der Stein der Fruchtbarkeit“ tragen. „Um die positive Energie auf einen selbst überfließen zu lassen, muss man nichts weiter tun,

als die Felsen zu berühren“, so sagt uns der Mann an der Kasse, „und daran glauben!“ Besonders groß sei die Energie im so genannten

magischen Kreis (ich glaube irgendwie nicht, dass der da so entstanden ist; sieht eher aus wie hingelegt).

 

Auf dem Weg zurück zum Wagen kaufe ich noch ein kleines Souvenir, quasi die positive Energie in der Flasche, ein kleines Keramik-

gefäß mit dem Quarzsand der Steinsäulen im Inneren. Das wird mich nun auf ewig mit Energie versorgen! J

 

Nessebar

Im Auto zurück nach Varna und dann der Beschilderung folgen Richtung Burgas (etwas südlich von Nessebar, wo wir hin wollen).

Die Beschilderung ist wiedermal sehr schlecht, aber wir finden die Richtigen Wege durch Varna, überqueren die längste Brücke des

Bosporus und danach eine unendlich erscheinende Weite der Landschaft, die sich zunächst durch die Klippen, dann durch Felsen und

kleine Dörfer und schließlich durch Wälder und Felder zieht, vorbei an Pferdefuhrwerken, mit denen gerade geerntet wird, langsam

fahrenden, uralten LKW und an der Straße stehenden Nutten, bis wir irgendwann nach knapp 80Km eine Serpentinenstraße hinunter

fahren, kurz den Ferienort Sonnenstrand durchfahren und dann vor uns Nessebar sehen.

Dieses Nessebar ist keine schöne Stadt, jedoch ist die Altstadt von Nessebar auf einer Insel errichtet, nur durch eine einzige Straße mit

dem Festland verbunden und aufgrund ihrer geschichtlichen Vergangenheit zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt worden.

Die Altstadt ist nicht groß, sie kann zu Fuß in 5min einmal durchquert werden, jedoch besteht sie aus vielen kleinen uns engen Gassen,

immer wieder trifft man auf alte Kirchen und deren Überbleibsel.

Ringsherum verläuft eine Stadtmauer, welche die alte Stadt vor Angreifern schützte. Unmittelbar an dieser Mauer befinden sich viele

Restaurants, von denen aus man einen tollen Ausblick hat. Die gesamte Stadt ist bewohnt, obwohl heute noch mehr Touristen da sind,

als jemals Menschen hier gewohnt haben. Gut dass die Stadt nicht schwimmt. Sie wäre heute vom Gewicht der Touristen untergegangen! J

Die schmalen Straßen, durch die sich auch noch Autos quälen, sind mal wieder voll gestopft mit kleinen Läden, die Souvenirs und Klamotten

verkaufen. Hier kamen wir dann endlich zu unserer Pizza, für 3,90 bzw. 4,90gL ein echtes Schnäppchen und das, obwohl die Preise hier

wegen der vielen Touristen schon deutlich angehoben wurden.

Das die UNESCO Geld in die Stadt pumpt erkennt man am besten daran, dass alle Relikte der Gebäude, Wehranlagen und Kirchen

wunderbar restauriert worden sind und die ganze Stadt blitzeblank geputzt ist, nicht wie im übrigen Bulgarien, in dem offene Müssdeponien

zwischen 2 Feldern liegen! *brrrr* Bei so was dreht sich mir als Geographen der Magen um! Im Hotelflyer stand nicht aus Witz, dass wir

benutzte Batterien am besten zurück nach Deutschland nehmen, weil sie da besser entsorgt werden können! Aber zurück zu Nessebar; nettes

Städtchen also und grandioser Schlusspunkt unserer Tagestour in den Süden Bulgariens.

 

Varna

Nachdem unsere Tour so erfolgreich verlaufen ist und das Wetter immer noch bombastisch ist, haben wir beschlossen per

Bus nach Varna zu fahren, um uns dort ein wenig in der Stadt umzusehen.

Bereits auf dem Weg zur Bushaltestelle wird man mehrfach von Taxifahrern angesprochen, die uns für 10 Lewa nach Varna

fahren möchten. Der Bus kostet 1,80 pro Person ist da das beste Kontra, das man geben kann. Dann erzählen sie Dir, dass

der Bus zu dieser Jahreszeit nur noch stündlich fährt und teurer ist und voll, was alles nicht stimmt, nur damit Du einwilligst und

Dich in ihr Taxi setzt. Steht man dann an der Haltestelle kommen immer wieder Taxifahrer vorbei und werben für ihre Fahrt.

Leute neben uns haben eingewilligt, fuhren zu viert im Taxi für 5 Lewa pro Person (immer noch das doppelte vom Busgeld),

mussten dann aber erst mal warten, bis der Typ sein Taxi irgendwo her geholt hatte. Inzwischen war der Bus da und sie guckten

blöd. Die Fahrt geht relativ schnell. Alle Busse mit Lienienzahl 9 fahren nach Varna und zurück, also 9, 109, 309 und 409. Unterschied

zwischen den Linien ist nur der Verlauf und die Anzahl der Haltestellen. Je höher die Nummer, desto weniger Haltepunkte. Wir sind

hin mit 409 gefahren, gute 20min, zurück mit 309, was minimal länger gedauert hat. Aussteigen sollte man in Varna an der Kathedrale,

ist nicht zu übersehen, außerdem steigen da alle aus, die noch im Bus sitzen!

Die Kathedrale ist wirklich schön, ne Mischung aus russisch und orientalisch würde ich sagen, das kann man aber erst genau sagen,

wenn man sich durch die Horden von Taxifahrern, Geldtauschern, Händlern und Touristen davor gequält hat.

 

Auf der anderen Straßenseite beginnt die Fußgängerzone, die sehr breit ist und runter bis zum Wasser führt. Hier kann man alles kaufen,

hauptsächlich aber wieder Markenklamotten. Mein Tipp: Da in Bulgarien ohnehin kaum Originalware angeboten wird, kann man wesentlich

günstiger in Goldstrand einkaufen statt in Varna. Hier gibt es richtige Läden, keine Straßenläden, die offen sind, daher ist die Ware aber auch

viel teurer. Hier spart man vielleicht noch höchstens 20% gegenüber den Preisen in Deutschland. In Goldstrand an der Strandpromenade

dagegen sind die Sachen besonders zum Ende der Saison hin bis auf 80% vergünstigt. Aber es gilt: Augen offen halten, Qualität prüfen.

Viele Markensachen sind Fälschungen (oft mit Druckfehlern), einiges aber auch B- und Ausschussware. Eine Fühlprobe ist hier oft ratsam.

Außerdem sollte man skeptisch werden, wenn der Verkäufer nach hinten geht, um das gleiche Stück original verpackt aus dem Lager zu holen,

da das dann oftmals keine gute Qualität mehr hat! Nur ein kleiner Tipp, wie gesagt. Wir sind auf dieser Schiene ganz gut gefahren und haben

bisher gute Erfahrungen mit den Billigprodukten gemacht. Denn ob´s nun die Marke ist oder nicht, wenn die Qualität stimmt, ist´s ok! Und

handeln ist immer eine gute Idee, bei der man meist noch was sparen kann! Denn fehlt ein Knopf oder so, ist immer Rabatt drin!

Nun aber weiter in Varna auf der Flaniermeile in Richtung Meer und Stadtpark.

 

Der Eingang zum Stadtpark sieht etwas römisch aus. Viele hohe Säulen begrenzen die Fußgängerzone und bieten einen Durchlass zum Stadtpark,

der sich an der Küste entlang zieht auf einer Strecke von über 5Km und einer Breite von maximal 500 Metern.

Hier befinden sich große breite Wege, aber auch schmale Pfade mit Wasserläufen, dazwischen immer wieder Denkmäler aus der sowjetischen Zeit.

Im Park befindet sich auch der Zoo von Varna und das Delphinarium, am Rand des Parks dann das Schloss.

 

In unmittelbarer Nähe des Schlosses gibt es eine Bushaltestelle, von der aus man nach Goldstrand zurück fährt. Man muss also nicht

Durch den Park zurück in die Innenstadt laufen, um dort den Bus zu nehmen. Im Bus unbedingt auf die Wertsachen achten, bei uns ist

zwar nichts passiert, aber einige der anderen Hotelgäste sind im Bus bestohlen worden, besonders dann, wenn der Bus sehr voll ist, was

auf der Rücktour vorkommen kann, wenn gleichzeitig Schuleschluss ist, oder die Taxifahrer für den Weg zurück das doppelte an

Geld haben wollen und viele, die mit dem Taxi hingefahren sind, dann mit dem Bus zurück fahren.

 

Die letzten Tage

Nachdem wir aus Varna zurück sind, ist ein bisschen die Luft raus, da wir alles, was wir uns vorgenommen hatten,

nun auch erledigt haben. Die verbleibenden Tage sind eine Mischung aus am Pool liegen und einkaufen, zwischendurch

noch ein paar kleine Expeditionen wie zum Beispiel die Wanderung durch den Naturpark Zlatni Piasaci hin zum

Aladja Monastir, einem Höhlenkloster etwas außerhalb.

Also gehen wir alle Einkaufsstraßen mehrmals ab, wundern uns über den Ausverkauf und müssen jeden Abend sehen,

wie wieder ein Supermarkt weniger geöffnet hat und viele der Stände bereits dicht sind. „Das Ende der Saison“ erklärt

unsere Lieblingspulliverkäuferin, bei der wir schon fast allabendlich einkehren, um einen Pullover zu erstehen. „Noch 2 Wochen

dann ist genug“, und genug ist genug. Irgendwann hat man auch keine Lust mehr, immer dieselben Läden zu durchstöbern,

die gleichen Angebote zu sehen usw. Die letzten Tage sind nicht mehr besonders schön, zwar ist das Wetter meist bis zum

Mittag wirklich gut, bevor es dann allmählich schlechter wird und abends vollends bewölkt ist, jedoch ist es einfach nur

schweinekalt, so dass man sich nur noch die eine oder andere Stunde am Pool einfinden kann. Der Wind ist empfindlich

kühl geworden.

Die Gäste im Hotel sind in der zweiten Woche doch überwiegend jüngere Familien mit Kindern und weniger Rentner. Die

Kinder hatten trotz des kühlen Herbstwetters viel Spaß mit dem Animationsteam, was sie den ganzen Tag lang unterhält.

Abends dürfen sie dann am Ende des Animationsprogramms ihre am Tag erlernten Tänze zeigen, was für sie zumindest ein

Spaß zu sein scheint.

In Goldstrand allgemein ist nun tote Hose, nix mehr gebacken am Abend. Alle Restaurants zu, viele Hotels schon dicht,

die Mehrzahl der Läden geschlossen und man hat abends einfach nichts mehr zu tun. So kommt es, dass wir uns mehrfach

im Waldhaus bei der Abendanimation einfinden, die meist aus einer Playbackshow des Animationsteams besteht, deren Mit-

glieder  ich liebevoll Amanimateure nenne! J Eine Sketchshow namens Traumschiff war wirklich komisch, nur weiß man nie,

ob es wirklich so gemeint war, da viele der Animateure nicht zu verstehen scheinen, was sie da gerade im Playback von sich

gegeben haben. Oftmals ist es einfach so schlecht, dass es schon wieder richtig lustig wird, ich sage nur „euer Drago“. Aber

das soll die Animateure und ihre Leistungen nicht schmälern, sie geben sich wirklich viel Mühe, jeden Abend aufs

Neue und weden dafür mit einem „ausverkauften“ Waldhaus belohnt. Die Gäste kommen gegen Ende der Saison nicht nur

von den Hotels Excelsior und Sunrise, auch Spaziergänger, die auf der Straße vorbei kamen, schauten rein. In den letzten

Tagen werden sogar Gäste mit Sonderbussen von anderen Hotels zu uns gekarrt um sich die Show anzuschauen, wohl weil

In den anderen Anlagen gar nichts mehr los ist!

 

Abreise

So kommt kommen musste, der Tag unserer Abreise!

Eigentlich hätte der Urlaub noch länger sein dürfen, aber halt nicht unter diesen Umständen der letzten Tage. Als wir um halb 11 an der

Rezeption sitzen, bereits ausgecheckt haben und genauso wie etwa 50 andere Gäste auf den Bus warten, der uns zum Varna International

Airport bringen soll, kommen wir ins Gespräch mit einer Polin, die seit 20 Jahren in Deutschland lebt, hier 2 Wochen entspannen wollte und

nun ihren Urlaub auf eine Woche gekürzt hat, also am gleichen Tage abreist, weil sie es hier so schrecklich findet. Sie erzählt uns alle

möglichen Dinge, die wir zwar ähnlich empfinden, aber für uns definitiv kein Grund sind, unseren Urlaub zu verkürzen. Zwei Freundinnen

setzen sich zu uns, die ebenfalls froh sind, nach einer Woche Urlaub wieder nach Hause zu dürfen. Wir erzählen ihnen einiges, das wir

unternommen haben. Ich denke die größte Endtäuschung der Gäste hier ist das Wetter. Ich habe es ja selber erlebt, wie deprimiert man ist,

wenn man einen tollen Tag erwartet (immerhin ist Urlaub) und morgens der Regen an die Scheibe prasselt. So gesehen hatten wir noch Glück,

denn wirkliche Regentage hatten wir nur 2 oder 3. Ist man aber nur eine Woche hier und hat kühles Wetter mit kaltem Wind usw. obwohl

man Wärme, Strand und Pool erwartet, aknn das ganz schön deprimierend sein.

Wie dem auch sei, der Bus ist allein mit Gästen unseres Hotels gefüllt und fährt sofort ohne weiteren Stopp zum Flughafen. Dort checken wir ein

Und müssen feststellen, dass unser ganzer Stress von wegen „hoffentlich ist  mein Koffer nicht zu schwer, so dass ich Strafe zahlen muss“ und das

Umpacken der schweren Klamotten ins Handgepäck, alles umsonst ist, da die Waage beim Check In kaputt ist und wir auch viel mehr hätten

Mitnehmen können! (und ich lasse meine schöne bequeme Jeans im Hotel *schnupf*)

Auf der Terrasse des Flughafens ist es erstaunlich windstill und warm. Wir warten 1,5 Stunden, ohne dass ein Flugzeug startet oder landet und hoffen,

dass sich unsere „LTU-Maschine“ auf dem Rückflugticket irgendwo versteckt hält und wir nicht wider mit Bulgarian Air Charter fliegen müssen.

Doch dann passiert das Unfassbare: Ein großer Airbus A330-300 landet auf dem Rollfeld und parkt vor dem Gebäude. „Wir sind gerettet!“

Nachdem kurz darauf die Maschine der Bulgarian Air Charter in Richtung Hannover gestartet ist, dürfen auch wir einsteigen.

Ach ist es ein schönes Gefühl in eine solche Maschine einzusteigen, ohne Turbinenlärm und mit einem Fensterplatz, von dem aus man auch was sehen

kann. Kurz nach dem Start dann die Durchsage, dass „unsere für die LTU zuständige Catering Firma sich im Streik befindet“ und „wir ihnen daher

Speisen du Getränke nur begrenzt zu Verfügung stellen können!“ Na toll! *grummel*

Aber das LTU-Food aus dem Plastikbeutel ist bedeutend leckerer und reichhaltiger als der Fraß auf dem Hinflug. Eigentlich hätte ich die Saftschubse

Noch fragen sollen, was wir denn ohne Streik bekommen hätten, aber egal, zu spät jetzt!

 

Bin dann doch froh wieder in Düsseldorf zu sein nach einem super ruhigen Flug in einem tollen Jet mit Essen, Trinken und Fernseher. Alles Dinge, die

nicht selbstverständlich sind, wie wir nach dem Hinflug wissen.

Und dann hab ich doch aus dem Flugzeug glatt noch ein paar Fotos gemacht, eines vom Donauwerk Gabczikovo bei Bratislava, was bei meiner letzten

Studienreise aufgrund von Zeitmangel ausgesetzt wurde. Wenn das mal kein erfolgreicher Tag ist! J

 

Nun bleibt nur noch ein kleines Fazit zu ziehen. Ein Fazit vom Urlaub als ganzes, von den äußeren Umständen, dem Wetter und dem

Land und Hotel.

Wenn sich andere Leute in ihren Hotelbewertungen über Bulgarien aufregen, kann ich das teilweise schon verstehen. Aber mal ehrlich

Leute: Was erwartet ihr? Das ist nun mal tiefster Ostblock. Der Vergleich zum Mallorca der 80er liegt nahe, auch wenn ich das nie

gesehen habe. Aber es muss wohl ähnlich ausgesehen haben. Die Reise mit dem Mietwagen war schon ein Abenteuer, Schlaglöcher

so tief, dass man sich die Stoßdämpfer ruiniert oder die Achse bricht, fehlende Gullydeckel innerorts, große Steine auf der Straße, über

die man fährt und nur hofft, dass das Auto keinen Schaden nimmt (hatte ich vergessen zu erzählen, oder?) und es dann glücklicherweise

keinen Schaden genommen hat und der Stein in 10 kleine Teile zerborsten ist. Die Autos, die hier rumgurken (fahren kann man das kaum

nennen) sind bestenfalls welche, die bei uns den TÜV nicht geschafft haben und dann hierher abgeschoben werden. Was aber teilweise

auf den Straßen rum fährt, würde bei uns kaum mehr als Auto durchgehen, ganz zu schweigen von LKW, Traktoren und Pferdefuhrwerken.

Mit offenem Fenster zu fahren ist für eine KAT und EURO IV verwöhnte Lunge eines Westeuropäers bestenfalls nur gesundheitsschädigend.

Aber gebe ich dem Hotel die Schuld daran? Gebe ich dem Hotel die Schuld an den vielen Straßenhunden, dem Müll überall, schlechten

Straßen und schlechtem Essen? Wenn ich einen „Billigurlaub“ in Bulgarien mache, muss nun mal damit rechnen! Das hier ist nicht Spanien!

 

Unser Hotel war sehr gut, sehr sauber und das Personal auch fast immer nett! Alle Bulgaren auf den Straßen, in den Läden, an den Verkaufs-

Ständen waren cool drauf und immer höflich. Mit einigen konnte man richtig Witze machen (6 T-Shirts für 50bL). Sie sprechen alle deutsch

Und/oder englisch. Sie leben von den Touristen, die hier in einer Woche so viel Geld lassen, wie sie im Monat oder Jahr verdienen! Und selbst

bei mürrischen oder arroganten Touristen, die wir viele gesehen haben, die nicht mal bitte und danke sagen können und meinen, das Personal

müsste ihnen die Füße küssen, selbst bei denen sind die Menschen hier noch freundlich! Das habe ich in meinen vergangenen Urlauben nicht so

erlebt. In Frankreich oder Polen kommt man nicht weit, wenn man englisch und deutsch spricht nicht die Landessprache. Nicht, weil sie es

dort nicht verstehen können, sondern weil sie´s nicht verstehen wollen!

Der Urlaub in Bulgarien war sicher nicht mein schönster, aber ich habe doch viele Erfahrungen gemacht und das Land mit seinen positiven

und auch negativen Seiten kennen gelernt und glaubt mir, nicht alle negativen Seiten sind Bulgariens Schuld!

 

Wer weiß, vielleicht werde ich hier eines Tages noch mal Urlaub machen, vielleicht bei besserem Wetter zu einer anderen Jahreszeit. Denn

im Nachhinein nüchtern betrachtet, war der Urlaub doch richtig schön!

 

Ich hoffe man kann dies auch an den Fotos erkennen!

 

Tobi

 

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