AMSTERDAM 2007

 

 

 

  

 

Wir haben uns eine prima Woche ausgesucht, denn der Frühling war bisher nicht sehr einladend gewesen. Nun aber zeigte es sich von seiner besten Seite mit blauem Himmel pur und fast 20 Grad. Mit dem ICE ist man relativ schnell in Amsterdam und vor allem auch direkt im Zentrum. Keine zwei Minuten Gehweg und man an der Haupteinkaufsstraße Amsterdams. Läuft man diese etwa 10min gemächlich entlang, kommt man zum Hauptplatz mit dem Palast und Madame Tussaud´s. Hier ist ganz schön was los, und das bereits relativ früh morgens.

 

  

 

Diverse Akteure unterhalten hier das Publikum, wie man´s auch von anderen Großstädten kennt. Ein Glockenspiel heitert zudem jede volle Stunde die Menschen auf.

 

 

 

Bisher eigentlich nichts, was man nicht in einer anderen europäischen Stadt auch findet. Ebenfalls die vielen hundert Tauben auf dem Platz. Biegt man aber in eine der vielen kleinen Seitengässchen ab, so sieht man doch schon Unterschiede (zumindest als Kölner). Die Querverbindungen zwischen den Promenaden sind extrem eng. Allerdings darf in Amsterdam aufgrund des sandigen und nassen Untergrundes nicht hoch gebaut werden, daher wirken diese Gassen noch relativ breit. Die Häuser rechts und links sind oftmals nach oben hin breiter gebaut, so dass sich die Menschen im dritten Stock von rechts nach links die Hand schütteln können.

 

  

 

Schon nach kurzer Zeit packt einen dann aber doch das Amsterdamer Flair. Und nicht erst, wenn man die ersten Kanäle sieht. Ein Großteil der Innenstadt ist Fußgänger- und Radfahrerzone. Autos fahren nur auf großen Straßen oder Einbahnstraßen. Mit dem Auto in Amsterdam als Tourist herum zu fahren ist daher nicht anzuraten. Nur zu Fuß bekommt man alles intensiv mit, z.B. den Blumenmarkt.

 

  

 

Die Stadt ist von kleinen Plätzen und Denkmälern übersäht, manchmal sehen die Statuen aus, wie abgeladen und irgendwie hingestellt. Läuft man etwas weiter in Richtung Süden, so kommt man in das Stadtviertel, in dem alle 50m ein Seitenarm der Amstel als Kanal daliegt. Mit zahlreichen Hausbooten besetzt sind vor allem die kleinen Kanäle. Die Boote haben hier sogar Wasser, Strom und Gasanschluss, viele sogar einen Balkon und Blumengarten. Die alten Zugbrücken gibt es nur noch selten zu sehen. Aber der Anblick ist schon ein Foto wert…

 

 

 

Der Weg Richtung Süden hat ein Ziel: Wir wollen den großen Gemüse-, Käse- und Flohmarkt sehen, der sich über eine Strecke von über einem Kilometer erstreckt und jeden Tag stattfindet. Dieser enttäuschte uns aber zu großen Teilen, da er mich an die Verkaufsmärkte in südlichen Urlaubsländern erinnerte und größtenteils nur Schrott als neu verkauft wurde. Einen wirklichen Flohmarktstand gab es gar nicht. Nur CDs, Klamotten, Souvenirs, Essen aller Art und was man sonst nicht braucht. Interessant war eigentlich nur der Teil, in dem die Stände der Obst- und Gemüseleute standen. Hier fühlte man sich ganz gut aufgehoben. Alle andere war nur für die Touristen „inszeniert“

 

  

 

Amsterdam hat viele Kirchen. Mehr als man sehen kann und will. Einige sind wirklich toll, liegen, wir hier oben zu sehen, direkt an einem Kanal. Andere haben hübsche Plätze mit Parks davor. Aber einige sind schmucklos, klein und grau und werden im Reiseführer vielversprechend angekündigt. Nach den ersten zehn Kirchen haben wir uns auf die übrigen Sehenswürdigkeiten konzentriert, denn davon hat Amsterdam genug!

 

 

 

Es ging also zurück zum Palast um dort Madame Tussaud in ihrem Wachfigurenkabinett zu besuchen! Und nicht nur sie… Aber ehrlich gesagt, hält das Kabinett nicht das, was es verspricht. Es gibt zwar relativ viele Figuren und man hat sich mit der Führung die ersten 10min echt was einfallen lassen, danach wird man aber auf sich allein gestellt und jeder versucht nur, ein Bild mit sich und seiner Liebsten vor einer bestimmten Figur zu machen, ohne dass andere Leute mit drauf sind. *Das ist ganz schön schwierig* Nach einer knappen Stunde ist man dann durch und kann nicht mal mehr zurück, da man so durchgeschleust wird, dass man am Schluss etwa 8 Stockwerke per Treppe nach unten gehen muss und einem ein erneuter Ausstieg das Vergnügen nicht wert ist! Schade!

 

  

 

Schauspieler und Politiker waren die Stars im Wachsfigurenkabinett. Aber auch Anne Frank, zu deren Haus wir später noch gehen sollten, war da. Ebenfalls einige Künstler, viele Musiker und Legenden. Madame Tussaud liegt im Gebäude über Peek & Cloppenburg in Etage 5-8. Hoch geht´s mit dem Aufzug, runter per Treppe. Der Eintrittspreis ist hoch, bei diversen Veranstaltern gibt´s aber ein paar Euro Rabatt. Zwischen den ganzen Figuren kann man glatt den grandiosen Blick auf den Platz und die Straße bis hoch zum Bahnhof verpassen, der sich für ein Foto lohnt.

 

   

 

 

 

Da staunt Sir Jean Connery nicht schlecht. J-Lo´s Brille sieht an Jule natürlich exzellent aus und das scheint ihm zu gefallen! ;-)

 

  

 

Auf einer Grachtenrundfahrt, die ebenfalls in unserem Bahnticket mit drin war, konnten wir uns von einem redseligen Kapitän über eine Stunde lang Fakten und Geschichten zu Amsterdam anhören. Dazu gab´s dann meistens auch den Beweis vor Ort. Hier die Motive im Schnelldurchlauf: Amstelkanal mit Zugbrücke; Der schwimmende Palast mit integriertem Restaurant; Hausboote mit Terrasse; Alte Bogenbrücke, unter der die Schiffe so gerade durchfahren können.

 

  

 

Das hier unten zu sehende Penthouse gehört Brad Pitt (ob er jemals da war?). Andere Boote scheinen niemandem zu gehören, oder niemand will das Ding entsorgen…

 

  

 

   

 

Wieder auf dem Trockenen besuchten wir Chinatown, ein echtes Chinesenviertel mitten im Zentrum, in dem sogar die Straßennamen komplett chinesisch sind. Das Bild oben in der Mitte ist das Anne Frank Haus, das an einem kleinen Kanal etwa 20min vom Zentrum entfernt steht. Der Besucherandrang war jedoch so groß (vor allem Schulklassen), dass wir nicht hineingegangen sind, zumal ich den Preis von über 10€ für sehr übertrieben hielt. Nahe des Anne Frank Haus schließt sich ein Viertel an, in dem eigentlich nur Wohnhäuser stehen und auf den Ecken und Kreuzungen Cafes. Hier wohnt die Bevölkerung Amsterdams. Alles ist sehr klein und eng, alle Straßen sind Einbahnstraßen. Zurecht, da sich doch teilweise nur 2m breit sind. Daher fahren hier fast alle mit dem Fahrrad. Gut so!

 

  

 

Ein oder zwei Kanäle weiter drängeln sich dann wieder die Autos durch eine der wenigen breiten Straßen. Hier steht das Magna Plaza Shopping Center. Schnell noch Kaffee kaufen für zu Hause!!

 

  

 

Geht man nicht die Hauptfußgängerstraße, sondern einfach eine Querstraße weiter parallel dazu in Richtung Bahnhof, so ist es, als ginge man in einer verlassenen Stadt umher. Fast leere Minigassen, ruhig liegende Kanäle ohne Wasserbewegung und kleine Coffee-Shops und Imbissbuden. Und direkt neben der Kirche und nur 5min vom Bahnhof tanzen die Damen in ihren Schaufenstern des Rotlichtviertels, sogar am Vormittag. Das ist hier normal, nur für uns etwas schockierend, wenn man damit rechnet, das Pfarramt zu sehen…

 

 

Insgesamt lässt sich sagen, dass man Amsterdam je nach Geschmack auch an einem einzigen Tag besichtigen kann, wenn man die Museen weglässt, oder eine Woche hier verbringen kann, ohne dass einem langweilig wird. So viel gibt es zu sehen. Da alles unmittelbar zu Fuß zu erreichen ist, braucht man kein Auto, Taxi oder den Kanalbus. In einem Radius von nur 500m um den Palast herum ist eigentlich alles zu erreichen. Ein paar Museen und Sehenswürdigkeiten sind zwar etwas weiter draußen, aber dann nimmt man sich halt wirklich mal ein Taxi oder eine Pferdekutsche. Die Eintrittspreise sind ganz schön gesalzen, selbst für eine Weltstadt. Knapp 20€ für Madame Tussaud´s, 14€ für eine Rundfahrt, und bei den Museen ebenfalls ab 10€ Eintritt ist nicht wenig. Wenn man bedenkt, dass man allein was bedeutende Maler angeht, jeweils die Wohnhäuser und die Ausstellungen oder Museen besuchen kann, dazu Anne Frank, diverse Kirchen und viele Museen, kann man spielend ein bis zwei Hunderter an Eintrittsgeldern dalassen. Je nachdem, was man sehen will. Bei uns beschränkte sich das Sightseeing auf die erwähnten Stationen. Wir wollten ja auch mehr die Stadt erleben als alle Museen.

 

Ein Besuch in Amsterdam ist aber auf alle Fälle zu empfehlen. Bei schönem Wetter ist es aber in der City verdammt voll, da sich fast alle Sehenswürdigkeiten, Geschäfte, Bahnhof und auch die Uni auf engstem Raum konzentrieren!

 

 

 

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